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Freundeskreis für das christliche Krankenhaus in Vellore/Südindien (CMC)

Zum Begriff CMC

Zunächst ist Vellore einfach der Name einer mittelgroßen Stadt in Südindien im BundesstaatTamil Nadu. Innerhalb dieser Stadt ist das Krankenhaus eine äußerst wichtige Institution. Das Krankenhaus hat von der amerikanischen Gründerin Ida Scudder den englischen Namen "Christian Medical College" (CMC) erhalten. Dieser Namen hilft uns, das Krankenhaus zu beschreiben.

Ärztin in Vellore

Christian steht für die christliche Ausrichtung des Krankenhauses. Dabei ist leitend für die Mitarbeiter das Zitat Jesu, der von sich sagt, „ …er sei nicht gekommen um bedient zu werden, sondern um zu dienen.“ „Not to be ministered unto but to minister“ steht auf jedem Krankenhausfahrzeug und auf jedem Krankenhausgebäude. Mit dieser Haltung will das Krankenhaus allen Menschen begegnen, insbesondere den mittellosen Patienten, die in einem Land ohne staatliche Krankenversicherung nicht das Geld für eine Behandlung haben. Für sie ist das Krankenhaus oft die letzte Hoffnung.
 

Patientengespräch in Vellore

Medical bedeutet, dass das zentrale Mittel des Dienstes an den Menschen die ärztliche und pflegerische Betreuung ist. Christliche Nächstenliebe wird konkret in medizinischer Hilfe. Seit den Anfängen des Krankenhauses spielt dabei auch die soziale Hilfe als eine Form der Krankheitsprophylaxe eine wichtige Rolle. Es sollen die Kommune und die Gesundheit gemeinsam weiterentwickelt werden (community and health development). Also man bekämpft z.B. nicht nur Krankheiten, sondern sorgt sich zugleich um die Verbesserung der hygienischen Standards in den Dörfern.

College bedeutet, dass der Dienst an Kranken nachhaltig sein soll. Deshalb ist dem Krankenhaus eine medizinische Fakultät angeschlossen, an der Ärzte und Pflegepersonal ausgebildet werden. Speziell für junge, bildungsbeflissene Christen in Indien, wird hier der Weg zu einer hochqualifizierten Ausbildung eröffnet. So können auch künftige Patientengenerationen von der Hinwendung profitierten. Dabei wird nicht nur medizinisches Wissen gelehrt, sondern zugleich auch die selbstlose Haltung des Krankenhauses weitervermittelt.

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In einem Land mit nur 3 % Christen, ist das Krankenhaus von Vellore ein Leuchtturm gelebter christlicher Barmherzigkeit, in dem die in der indischen Gesellschaft oft vergessenen unteren Kasten und die Kastenlosen Würde und Respekt erleben.

 

Ein Bild ist Programm

Das Bild wurde von einem Arzt in Vellore gemalt und hängt der Patientenanmeldung gegenüber am Eingang zur Kapelle. Die Kapelle ist den ganzen Tag geöffnet und bietet einen häufig besuchten Ort der Stille. Von umfassender Hilfe in Vellore kündet das Bild. Es steht unter der Überschrift: "Die Gegenwart des Unsichtbaren." Ein Kranker liegt auf seinem Bett. Sie sehen einen Arzt im traditionellen Lendentuch, der nach altem indischen Brauch die Medizin mischt, also das Nötige tut. Ebenso im Dienst ist eine Schwester. Der Blick des Patienten ist jedoch auf eine Gestalt gerichtet, die in der Bildmitte nur angedeutet und umrisshaft erscheint. Die rechte Hand des Kranken ruht in der Hand des Un­sicht­baren. Dort bei Christus ist die Geborgenheit zu erwarten. Es ist bemerkenswert, dass diese Aussage von einem malenden Arzt gemacht wird. Das Bild will damit sagen: Wir im Krankenhaus tun als Ärzte, Schwestern und Pfleger alles für unsere Kranken. Die entscheidende Hilfe jedoch, die einen Menschen letztlich trägt, auch durch den Tod hindurch, die kann nur der geben, der als Christus unsere Hand festhält und so gegenwärtig ist.

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Vellore heute

Schwerpunkte der Arbeit im Krankenhaus

CMC Vellore in Südindien hat sich aus einer Ein-Bett-Krankenstation zu einer höchst spezialisierten medizinischen Hochschule entwickelt mit einem 2.857 Betten-Krankenhaus und 9.486 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese behandeln täglich 9.250 Kranke in der Ambulanz, führen täglich 185 Operationen durch und helfen im Durchschnitt täglich 55 Neugeborenen ins Leben CMC ist zudem eine anerkannte Ausbildungsstätte für Facharztausbildung, für Krankenpflege und für medizinisch-technische Berufslaufbahnen. Angeboten werden zusätzlich zahlreiche spezielle Forschungsprojekte für Gruppen und hochspezialisierte Ausbildungskurse mit anerkanntem Abschluss. Außerdem werden Ausbildungsgänge für Gesundheitsmanagement, Fernstudiengänge und Internet-Kurse angeboten. Viele der in Vellore ausgebildeten Ärzte, Pflegepersonal und sonstige Fachleute tun später Dienst in den Krankenhäusern einzelner Kirchen in weit abgelegenen Gebieten Indiens.

Die medizinische Forschungsarbeit im CMC ist seit jeher auf die besonderen Erfordernisse des Landes hin ausgerichtet. Dazu gehört besonders die Förderung von finanziell erschwinglicher und trotzdem wirksamer medizinischer Hilfe bei Erkrankungen wie Lepra, Kinderlähmung, Durchfallerkrankungen bei Kleinkindern, invasive bakterielle Infektionen, Rückenmarksverletzungen und unterschiedliche Krebsarten. Besonders hervorzuheben ist, dass die Forschung, Entwicklung und Anwendung im Bereich der Stamm-zellenforschung von der staatlichen Abteilung für Biotechnologie in Indien an das CMC in Vellore übertragen wurde.

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CMC ist sich seiner christlichen Bindung bewusst, indem es sich besonders der notleidenden und an den Rand gedrängten Menschen annimmt. Das Krankenhaus setzt sich seit jeher für Menschen ein, die unter dem Stigma psychischer Erkrankungen, Lepra und HIV leiden. Die Betroffenen sollen auf unterschiedliche Weise Zugang zur medizinischen Versorgung erhalten, so dass kein Patient wegen fehlenden finanziellen Mittel abgewiesen werden muss.

CMC setzt sich für eine ganzheitliche medizinische Betreuung ein, bei der beachtet wird, dass Leib, Seele und Geist in gleicher Weise der Stärkung bedürfen. Die Lehrenden und die Studierenden üben auf dem College Campus ein Zusammenleben in Gemeinschaft. Patienten suchen Vellore auf, weil sie davon ausgehen, dass sie eine ehrliche Untersuchung und Behandlung von gut ausgebildetem Personal erhalten, das dem christlichen Leitbild folgt: „Nicht bedient zu werden, sondern zu dienen.“

CMC hat die Vision, Zeuge des heilenden Dienstes Christi zu sein. Dazu gehören eine bestmögliche medizinische Ausbildung, eine hingebungsvolle medizinische Versorgung und eine exzellente Forschung. Die sich wandelnden Aufgabenstellungen in der Gesundheitsszene Indiens bilden eine Herausforderung für den CMC eine Institution zu sein, die an den hohen Werten von Integrität, Gerechtigkeit und Dienst festhält.

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Die Außenposten des Krankenhauses

Zur Untergliederung der Arbeit in den Dörfern rund um die Stadt sind zwei Organisationen in Vellore entstanden: Bei der CHAD-Arbeit, („Community Health and Development“), geht es um Gesundheits- und Entwicklungsfragen in einzelnen Kommunen im Umfeld des Krankenhauses. Besonders unterentwickelte Dörfer sind dabei im Blick des Krankenhauses. Ein Teil des CHAD ist die Arbeit in den Jawadhi Hills, die wir gezielt unterstützen (siehe: „Was wir tun“).

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Die andere Organisation trägt den Namen: RUHSA („Rural Health and Social Affairs“). Das Ziel ist die Krankheitsbekämpfung im Vorfeld durch Schaffung von sanitären Einrichtungen auf dem Land. Aber auch die Entwicklung der landwirtschaftlichen Arbeit haben die Mitarbeiter von Vellore im Blick. Zudem arbeiten sie an der Anhebung des Lebensstandards der kommenden Generation durch die verbesserte Ausbildung junger Menschen. Dazu ist neben dem Krankenhaus eine einfache Berufsschule entstanden. Und alte Menschen, die oft kaum mehr Platz in den kleinen Häusern haben wegen der starken Geburtenrate bei den nachkommenden Generationen werden in Seniorentagesstätten aufgefangen.

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In Vellore selbst ist am Rande eines großen Slumgebietes das LCECU entstanden („low cost, effective care unit“). Hier wird mit günstigen Mitteln medizinische Hilfe für die Ärmsten der Armen zur Verfügung gestellt und es besteht eine gute Kenntnis über die Situation in den einzelnen Hütten, sodass auch Sozialarbeit als pädagogische Hilfe gezielt angeboten werden kann.

Ein weiteres Krankenhaus ist die Klinik in CHITTOR, wo im benachbarten Bundesstaat Andhra Pradesh ein ähnliches Projekt wie das CMC in Vellore aufgebaut werden soll. Inzwischen wird im Süden von Andhra Pradesh, wo vermehrt die christliche Minderheit des Bundesstaates lebt, diese neue Klinik mit großer Freude angenommen und es gibt deutlich wachsende Patientenzahlen. Die Klinik ist so angelegt, dass einer Erweiterung bei größerer Nachfrage nichts im Wege steht.

Daneben existieren heute innerhalb der großen Organisation des CMC eine große Anzahl von spezialisierten Kliniken und Abteilungen verschiedener Fachbereiche, die sich um entsprechende Krank­heitsbilder kümmern (z. B. Augenklinik, Psychiatrie, Orthopädie, Hospiz, Kardiologie, Stammzellentransplantation usw.). Zur Entlastung des Haupthauses ist nahe Vellore in Kanningapuram ein weiteres neues Krankenhaus im Bau.

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Das Leitbild

Unsere Vision

Die christliche medizinische Hochschule Vellore in Südindien will in ihrer Arbeit ein Zeugnis für den heilenden Dienst Jesu sein, durch eine bestmögliche Ausbildung, durch einen bestmöglichen medizinischen Dienst und durch bestmögliches medizinisches Forschen.

Unsere Ziele

Die Arbeit dient dem Aufbau, dem Unterhalt und der Entwicklung einer christlichen medizinischen Hochschule samt Krankenhäusern in Indien. In dieser Einrichtung sollen Männer und Frauen die bestmögliche medizinische Ausbildung erhalten, ebenso die bestmögliche Ausbildung in der Krankenpflege und in weiteren medizinisch relevanten Berufsbereichen (z.B. Medizintechnik). Zur Ausbildung gehört die Befähigung junger Menschen dazu, dass sie ihren Dienst zur Hilfe für die Leidenden und zur gesundheitlichen Förderung der ihnen anvertrauten Menschen im Geist Jesu Christi tun können.

Unser Auftrag

Das Hauptanliegen der christlichen medizinischen Hochschule in Vellore ist es, junge Menschen durch Ausbildung in Theorie und Praxis so zu schulen, dass sie qualifizierte und den Menschen barmherzig zugewandte Persönlichkeiten werden, die Verantwortung in Gesundheitsteams und in heilenden Gemeinschaften übernehmen. Ihr Dienst kann unterschiedliche Zielsetzungen aufweisen im Bereich von Prävention, Intervention, Maßnahmen der Rehabilitation, Schmerzbehandlung, Gesundheitsfürsorge, Ausbildung oder Forschung.

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Im Bereich der Forschung strebt die medizinische christliche Hochschule danach, den Geheimnissen, die Gott in seiner Schöpfung uns selbst gegeben hat, nahe zu kommen. Sie tut das in einem Geist des Respekts, der Verpflichtung zur Wahrheit und dem Willen, hohe ethische Standards in der Frage nach dem Möglichen einzuhalten. Die Forschung soll nicht nur dem Zuwachs an Wissen dienen, sondern gleichzeitig auch dazu, die Behandlungsmethoden zu verbessern, sowie den Einsatz von weniger kostspieligen Mitteln (zur Behandlung der Armen) zu ermöglichen.

Im Bereich der Krankenpflege möchte Vellore die medizinische Kompetenz zusammenführen mit einer Kultur der barmherzigen Zuwendung zum kranken Menschen. Dabei geht es gerade auch im Dienst an den Armen um eine Pflege, die in angemessener Weise kostenbewusste Technologie einsetzt, die dann möglichst vielen Menschen zugutekommen kann.
Es geht dem christlichen Krankenhaus von Vellore sowohl um die gesundheitliche und ganzheitliche Förderung Einzelner als auch um die Förderung von Gemeinschaften. Bei der besonders wichtigen Zuwendung zu benachteiligten, seelisch verwundeten und behinderten Menschen ist eine tragende Gemeinschaft wichtig und hilfreich.

Das CMC ist Freunden und Gruppen in Indien selbst und im Aus­land dankbar für alle Unterstützung des beschriebenen Programms im Geist partnerschaftlicher Zuwendung.

Als lebendiges Zeugnis für den heilenden Dienst Jesu an den Menschen sucht das Missionskrankenhaus die Partnerschaft sowohl mit Kirchen in Indien als auch die Hilfe der universalen Kirche und der mit ihr verbundenen Einrichtungen außerhalb.

 

Zahlen und Fakten von Vellore aus dem Jahr 2017

Hinter den folgenden Zahlen von behandelten Kranken stehen jeweils wichtige Einzelschicksale!

Im Jahr 2017 kamen im Krankenhaus insgesamt 20.026 Kinder zur Welt.

Einige Zahlen im Tagesschnitt:
Ambulante Patienten: 9.250 täglich
Stationäre Patienten: 2.104 täglich
Operationen: 185 täglich
Geburten: 55 täglich

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